100 Jahre "Kauflust"
Im letzten Jahr bot das Historische Museum Jugendlichen an, im Rahmen der Sonderausstellung „Kauflust. 100 Jahre Einkaufen in Bielefeld“ eigene filmische Ideen zu diesem Thema zu verwirklichen. Wir vom Kanal 21 waren sofort zur Stelle, um mit den Kindern und dem Museum das passende Medienprojekt auf die Beine zu stellen.
Am Ende der drei Workshoptage entstand ein ca. 20-minütiges Magazin, in welchem dem Zuschauer durch unterschiedliche Beiträge „Einkaufen in Bielefeld“ etwas näher gebracht wurde.
Der erste Kurzfilm lud das Publikum zum Schlendern durch das Historische Museum im Ravensberger Park ein. Zwischen den einzelnen Bereichen und Exponaten gab es betont viel Platz, um dem Betrachter ein Gefühl von Fußgängerzone und Stadtbummel zu vermitteln. Die Kinder machten sich gekonnt diesen Aufbau zunutze, und fingen den Wandel der Zeiten in Form passender Nachbauten ein.
Wie z. B. ein Kaffeegeschäft aus der Jahrhundertwende, der klassische Gemischtwarenladen bzw. „Tante-Emma-Laden“, ein Textilkaufhaus mit Kleidern aus den 40er Jahren, Eindrücke aus einem Warenhaus der späten 60er, wo es um günstiges und schnelles Einkaufen ging, sowie als Ausblick in die Zukunft eine funktionsfähige Self-Scanning-Kasse, die zum Ausprobieren einlud.
Die nächsten beiden Kurzfilme beschäftigten sich mit der heutigen Situation und zukünftigen Entwicklung des Einzelhandels. Im ersten Film interviewten die Kinder die Gründerin des Kinder- und Jugendbuchhandels „Die Kronenklauer“. Besonders interessierte die Nachwuchsreporter, inwieweit der Handel sich in den 25 Jahren seit Gründung verändert hat. Und wenig überraschend stellte sich auch hier heraus, dass der PC und das Internet zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Tagesgeschäfts geworden sind.
Der zweite Film parodierte die Auswüchse des Teleshoppings. In der Kulisse des besagten Tante-Emma-Ladens wundert sich die Inhaberin darüber, dass ihr die Kunden ausbleiben – liegt es etwa an der Ware, an der Ausstattung? Könnte Teleshopping die Lösung sein? Sie entschließt sich, selber ins Fernsehen zu gehen und dort ihre Waren zu verkaufen. Sie bietet verschiedene Lebensmittel an, bis sich die Programmchefin einmischt und ihr sagt, dass man hier nur nutzlose Dinge verkaufe. Gesagt, getan – die Verkäuferin hält nacheinander Handys in die Kamera, mit denen man Milch aufschäumen oder Schuhe anziehen kann, nur nicht telefonieren. Schnitt – wieder im Tante-Emma-Laden, wacht sie sichtlich erleichtert aus ihrem Traum auf und resümiert:“Gut, dass das nur ein Traum war...“
Natürlich gingen die Kinder mit Kamera und Mikrofon bewaffnet auch in die Bielefelder Innenstadt, um herauszufinden, wie Bielefelder einkaufen. Wie nicht anders zu erwarten, gab es ein sehr durchwachsenes Bild. Je nach Preis, Artikel und Bedarf an Beratung, zieht es die Bielefelder mal ins Internet, mal zum Einzelhändler.
Es zeigte sich am Ende dieses Beitrages, dass Kinder mit einer Kamera keine Probleme haben, „100 Jahre Einkaufen“ in nur 20 Minuten unterhaltsam zu vermitteln.
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