01.08.2010

Es rappelt im Container


In einer kleinen Stadt am Teutoburger Wald, in einem kleinen Stadtteil steht ein bunt bemalter Container, idyllisch gelegen am Rand einer Wiese.
Ein Drehteam vom Kanal 21 packte im Rahmen eines Stadtteilprojektes in Kooperation mit der Stadt Bielefeld die Gelegenheit beim Schopf, sich mit einigen der Jugendlichen dort zu unterhalten. Es drehte sich bei diesem Filmbeitrag um die Teenager sowie ihre Meinungen und Eindrücke zu diesem Stadtteil.
In einer kleinen Stadt am Teutoburger Wald, in einem kleinen Stadtteil, steht ein bunt bemalter Container, idyllisch gelegen am Rand einer Wiese.
Ein Drehteam vom Kanal 21 packte im Rahmen eines Stadtteilprojektes in Kooperation mit der Stadt Bielefeld die Gelegenheit beim Schopf, sich mit einigen der Jugendlichen dort zu unterhalten. Es drehte sich bei diesem Filmbeitrag um die Teenager sowie ihre Meinungen und Eindrücke zu diesem Stadtteil. Der Kanal 21 wollte erneut Bielefelder Jugendlichen die Chance geben, sich einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren und ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. Oder wie Kerstin Buchte, Teamerin im Jugendcontainer, sagte:“Die Jugendlichen dürfen vor der Kamera sagen, was sie wollen, müssen aber dazu stehen...“
 
Normalerweise wäre weder ein Container noch ein Jugendtreff etwas Besonderes, wo doch an jeder Baustelle Container stehen (nur nicht ganz so bunt) und fast überall Treffpunkte für Jugendliche sind – sollte man meinen.
 
Allerdings ist in Milse, in unmittelbarer Nähe des Moenkamps, eben dieser Jugendcontainer eines der ganz wenigen Freizeitangebote für die Jugendlichen der Umgebung. Der Jugendcontainer bietet neben einem festen Treffpunkt die Möglichkeit zum Darten, Kickern, Karten spielen, oder einfach nur zum Abhängen (Teeküche inklusive). Neben dem Container finden sich als andere Treffpunkte noch drei kaputte Spielplätze, wobei einer der Plätze mit einem angrenzenden Basketballfeld doch noch etwas mehr bietet. Und dann sind nur noch eine Eisdiele, das Freibad und natürlich die Wohnungen der Freunde zu erwähnen.
 
In dem Jugendcontainer können sich hier drei Mal die Woche jüngere und ältere Heranwachsende mit anderen treffen. Der Container sowie das ganze Drumherum wird von mehreren Teamern betreut. Die Mädchen und Jungs im Alter von 15 bis 19 finden die Teamer „in Ordnung“, und sind sich einig, dass diese wirklich gute Arbeit leisten. Der Hauptgrund für dieses Lob sind der Einsatz der Teamer und der gute Draht zu den jungen Besuchern.
 
In den Gesprächen sprechen die Teenager Themen wie z. B. den Mangel an Freizeitangeboten („eigentlich gibt es hier nur den Container“) als problematisch, sondern auch die sehr eingeschränkten Verkehrsangebote/Anbindung. Konkret heißt das, dass der Bus nur einmal die Stunde fährt und um 20.00 Uhr selbst damit Schluss ist. Einige haben noch die Möglichkeit zur Endstation der Linie 2 zu kommen, aber selbst das ist nicht jedem möglich.
 
Also versuchen die Jugendlichen ihren Tagesablauf so gut wie möglich der Situation anzupassen. Momentan gliedern sich die Tage nach Schule, Treffen mit Freunden und „am Roller rumschrauben“ (zumindest bis man volljährig und mit dem Auto flexibler ist). Es verwundert auch nicht, wenn einige sagen, dass die äußerst wenigen Freizeitangebote zum 'Mist bauen' verführen.
 
Aber hier unterscheiden sich die Jugendlichen vom 'Container' von anderen, die den Gedanken auch in die Tat umsetzen. Leider wird auch der Jugendcontainer manchmal das Ziel von randalierenden Unbekannten. Der Treffpunkt ist den Jungs vom Club so wichtig, dass sie teilweise die Materialien vom eigenen Geld bezahlen und viele Schäden auch selber reparieren.
 
Alle Interviewten sind dankbar für diesen Treffpunkt und wünschen sich einen größeren 'Club', wie der Container auch stolz genannt wird. Auch die Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft sind alles andere als überzogen oder unangemessen: Freunde, Arbeit, Familie.
 
Eine insgesamt sehr sympathische Gruppe, bei der sich der Kanal 21 für die Möglichkeit zu drehen bedankt.


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