Schöne neue Medienwelt
Für 23 zukünftige Erzieherinnen vom Carl-Severing-Berufskolleg hieß es in der Woche vom 16. Juni bis zum 20. Juni : „...die Kamera läuft!“
Obwohl erst einige Wochen seit den letzten Prüfungen vergangen sind, nahmen die jungen Frauen all ihre Reserven zusammen, um in wenigen Tagen zu lernen und umzusetzen, wie Fernsehsendungen entstehen. Für dieses Projekt stand der etablierte und produktorientierte medienpädagogische Ansatz des Kanal 21. Mit diesem Ansatz, mehreren Medienpädagogen und der richtigen Technik nahmen sich alle Beteiligten vor, am Ende dieser 5 Tage eine Sendung von mindestens 20 Minuten Länge auf die Beine zu stellen. Wobei sich die Gruppen diesmal selbst übertroffen haben, wie am letzten Tag zu sehen war.
Was nicht ganz einfach war, denn das Thema war zwar interessant, aber nicht einfach. Um aus dem anfangs groben Konzept ein handfestes Endprodukt zum Thema 'Jugendszene' zu erschaffen, ging es gleich am Mittag des ersten Tages an die Produktion. Vier Kleingruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten ('Szene – was ist das?', 'Jugendliche am Rand der Gesellschaft', 'Das Leben junger Mütter' sowie die abschließende Moderation und Verknüpfung der Beiträge) meisterten einen Crashkurs in Sachen Film und Kamera, und zogen los, um ihre Recherchen mit Leben und Bildern zu verknüpfen. Neben dem Schock sich selbst zum ersten Mal auf dem Bildschirm zu sehen, kam die Einsicht, dass es „gar nicht so einfach“ ist, Filmmaterial so zu sammeln und zu ordnen, dass ein guter Beitrag dabei herauskommt. Aber genau das war auch Absicht, wie die Klassenlehrerin und Koordinatorin Frau Kruse erklärte. Denn gerade ein praxisorientiertes Konzept wie das von Kanal 21 sei geeignet, den Erzieherinnen eine bessere Vorstellung davon zu vermitteln, wie Medien und Nachrichten tatsächlich erstellt werden. Um heutzutage Kinder auf die Gesellschaft vorzubereiten, sei es notwendig, selbst aktiv vorbereitet zu werden, um die Wirkung der Medien auf die Kinder und deren Mediengewohnheiten nachvollziehen zu können.
Also gingen die Gruppen an die geeignete Orte, um Material zum Begriff 'Jugendszene' zu sammeln. Und was haben die angehenden Erzieherinnen dort gemacht?
Sie haben Trickfilme erstellt, jede Menge Interviews [u.a. mit dem Jugendforscher Prof. Dr. Ferchhoff, mit verschiedenen Jugendgruppen (Skater, Punks und Magic-Spieler), mit Frau Konopka, stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin des Jugendamtes Bielefeld] geführt, über ein Theaterprojekt des 'Alarm!'-Theaters mit Straffälligen und über das Mathildenheim und den Alltag junger Mütter dort berichtet, sowie Gespräche mit hochbegabten Stipendiaten mit Migrationshintergrund dokumentiert, die sich zum Problem sozialer Entfremdung äußern.
Alles an Material musste natürlich in kurzer Zeit in die passende Form gebracht werden. Was wiederum auch nicht so einfach war, denn es gab am Ende dieser Aktionswoche mehr als genug gutes Material. Eingebettet wurde das bearbeitete Material in einen Moderationsrahmen - so wurden aus den anvisierten 20 Minuten doch eher 40, und aus scheinbar unterschiedlichen Beiträgen ein vielseitiges Magazin, das sich sehen lassen konnte.
Oder wie Frau Kruse abschließend in ihrer Rede sagte: „Dass ihr das so hinbekommen habt – super, super, super! Das war klasse!“
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